Sofa: Der Traum der Menschheit

Das Sofa hat eine lange Geschichte. Heute ist es aus keinem vollständig eingerichtetem Wohnzimmer mehr wegzudenken. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um ein riesiges Designerstück handelt oder die Alte Ledercouch von Opa. Um zusammen oder auch alleine abzuhängen ist sie der perfekte Untergrund. Auch wenn jeder mehr oder weniger dasselbe Bild im Kopf haben wird, wenn er sich ein Sofa vorstellt, gibt es tatsächlich hunderte verschiedenster Ausführungen des Liegemöbels. Schon vor tausenden Jahren machten sich die Menschen Gedanken wie sie ein entspanntes Möbelstück erstellen können, welches perfekt zum Liegen oder auch zum Sitzen geeignet ist.

Das Wort Sofa leitet sich vom arabischen Wort Suffa ab. Dies bedeutet so viel wie Ruhebank. Früher handelte es sich dabei noch um eine durch Teppiche und Kissen gepolsterte Lehmerhöhung. Erst gegen Ende des 17. Jahrhundert ging diese Abwandlung in den deutschen Sprachgebrauch über. In Deutschland handelte es sich bei der Bezeichnung aber schon um Gestelle mit Polsterung wie sie auch heute verwendet werden. Couch kommt von englisch, von französisch Cucher ‚liegen‘, urspr. lateinisch collocare ‚zusammenfügen‘. Kanapee kommt von französisch Canapé, von lateinisch conopeum ‚Himmelbett‘, von altgriechisch κωνωπεῖον.

Schon im antiken Griechenland gab es ein Möbelstück zum Sitzen und liegen. Die sogenannte Kline. Sie spielte sowohl im Alltag eine Rolle, als auch beim Speisen mit Gästen in großer Gesellschaft. Im 6.–7. Jahrhundert v. Chr. wurden Klinen aus Marmor, Elfenbein, Holz oder Metall angefertigt.
Ab dem 17. Jahrhundert wurden Sofas erstmals in Deutschland und England hergestellt. Sie galten als Luxusmöbelstück, welches ausschließlich dem Adel vorbehalten ist. Zu Beginn fielen die Sofas als klobige Polstermonster aus. Als die Ära des Rokoko begann, wurden die Designs zunehmend filigraner. Floristische Gestaltungselemente standen im Vordergrund. Zudem bekamen die meisten Sofas kleine Füße und ein geschwungenen Aufbau.
Damals waren die Sofas nicht unbedingt für das gesellschaftliche Leben gedacht, sondern wurden eher zum zwischenzeitlichen Ausruhen benutzt. Es gab sogar verschiedenste Ruhesofas, welche man als Ohnmachts Couch bezeichnete. Sie wurden extra angefertigt, um als Liegegelegenheit für Frauen zu dienen, welche kurz zuvor einen kleinen Schwächeanfall hatten. Dies war zur damaligen Zeit aufgrund der Mode normal. Die sogenannten Korsettes schnürten die Frauen die Luft ab, wozu es beinahe täglich zu Ohnmachtsanfällen kam. Jederzeit konnte es passieren, dass eine der Frauen am Hofe einfach ihr Bewusstsein verliert. Man könnte es schon fast als Glücksspiel bezeichnen, so wie es auf Seiten wie Platinum Play angeboten wird.

Das Sofa für jedermann kam erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Besonders aufgrund der industriellen Möglichkeiten der Zeit konnte sich beinahe jeder eine Sofagarnitur leisten. Das Sofa wurde zum Alltagsgegenstand und stand immer für ein entspanntes Miteinander. Ein Sofa ist in privaten Wohnzimmern, in der Flughafen-Lounge, in Kneipen sowie auch beim Psychologen und Psychotherapeuten zu finden. Bei letztgenannten soll es im Sprechzimmer für eine entspannte Atmosphäre sorgen und damit gute Voraussetzungen für die Psychoanalyse schaffen. „Reif für die Couch“ oder „ein Fall für die Couch“ wird sprichwörtlich als Synonym für „bedarf der Psychotherapie“ benutzt. „Sofasport“ ist eine ironische Redewendung, die für (das passive) Fernsehen (nicht nur von Sportsendungen) auf dem Sofa benutzt wird. Bekannt geworden ist das grüne Biedermeier-Sofa, auf dem der Humorist und Künstler Loriot seine Sketche präsentierte. Seine Vorliebe für dieses Möbelstück übertrug Loriot in die Trickfilme Wum und Wendelin. Weitere farblich auffällige Sofas machten danach „Karriere“ im Fernsehen.

Das könnte Dich auch interessieren...